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Mutter und Kind am Strand in den Wellen. Sie hält ihr lachendes Kind an den Händen und geht zurück Richtung Strand.

Chaos, Lachen, Leben: Familienmomente einfangen

Mit viel Herz und fotografischem Können hält Tobias Löhr Alltagsmomente voller Liebe fest. Hier verrät Tobias seine besten Tipps für authentische Familienfotos.

Von Tobias Löhr

Für mich als Vater gibt es nichts Schöneres, als Zeit mit meiner Familie zu verbringen und zuzusehen, wie die Kinder groß werden und die Welt entdecken. In manchen Augenblicken möchte ich am liebsten die Zeit anhalten – zum Glück hilft mir meine Kamera dabei. Für weniger „Stell-dich-mal-hier-hin“- und „Lächle-doch-mal“-Momente möchte ich meine Tipps mit Ihnen teilen. Damit aus Ihren Erinnerungen kleine Kunstwerke werden, perfekt für einen Fotokalender oder ein CEWE FOTOBUCH.

Warten und beobachten

Authentische Fotos gelingen besonders dann, wenn die Kamera unbemerkt bleibt – das gilt nicht nur in der Familienfotografie. Um als „normal“ wahrgenommen zu werden, bin ich einfach da und warte. Eine Kamera löst bei vielen Menschen Anspannung aus und sie verhalten sich unnatürlich. Je länger ich jedoch dabei bin, umso mehr werde ich ein natürlicher Teil der Situation und muss nur noch abdrücken.

Junge sitzt auf dem Schoss seiner hochschwangeren Mutter und horcht mit einem Spielzeugstethoskop den Bauch ab.

Emotionen vor technischem Anspruch

Mein Sohn untersucht gerade die Entwicklung seiner Schwestern. Ein schöner und ungezwungener Moment, der zeigt, wie Kinder die Welt entdecken – auch wenn es technisch kein anspruchsvolles Foto ist.

Ältere Frau im Rollstuhl sitzt kleinem Jungen im Kinderwangen gegenüber im Linienbus. Beide lachen und Kind blickt in die Kamera.

Der richtige Moment

Ein Ausflug mit Oma. Mein Sohn hat im Bus die ganze Zeit mit ihr rumgescherzt und uns alle unterhalten. Ich habe beobachtet und auf den Moment gewartet, der die Freude der Situation wiedergibt. Entstanden ist ein Foto mit echter Emotion, das durch die Rahmen der Busfenster und die Stadt im Hintergrund die Geschichte eines Tages erzählt.

Voller Liebe, einfach echt: Erzählen Sie die Geschichte Ihrer Familie mit einem CEWE FOTOBUCH

Bewegung als Stilmittel

Baby im Kinderwagen geschoben und weint. Im Hintergrund ist verschwommen gelbes Herbstlaub zu sehen.
Durch „Mitzieher“ bekommt das Foto eine besondere Dynamik. Technisch etwas anspruchsvoller, aber es lohnt sich.

Ein Erlebnis, das bestimmt alle Eltern kennen: Auf einem Spaziergang mit unserem Sohn fing er plötzlich an zu weinen. Mit dem Wunsch ihn zu beruhigen, legte ich einen schnelleren Schritt ein. Dieses Gefühl wollte ich in einem Foto festhalten. Mit meiner Kompaktkamera habe ich eine etwas anspruchsvollere Technik genutzt, die aus der Sportfotografie bekannt ist: der sogenannte „Mitzieher“.

Mitzieher – wie funktioniert das?

Wichtig ist eine Kamera, bei der Blende und Belichtungszeit manuell eingestellt werden können.

  1. Kamera auf eine lange Belichtungszeit einstellen
  2. Den Fokus auf das Motiv richten
  3. Beim Auslösen die Kamera in die Richtung mitziehen, in die sich das Motiv bewegt

Ziel ist, dass das Motiv scharf abgebildet wird und die Umgebung verschwimmt. Die Bewegung im Foto wird so für die Betrachter spürbar. Das funktioniert meist nicht beim ersten Versuch, aber wenn es gelingt, sieht es super aus.

Einfach mal „laufen lassen“

Schwarz-weiß-Aufnahme zweier Babys, die auf dem Boden liegen. Ein Baby berührt das andere mit dem Fuß im Gesicht.
Nicht so „fotogen“, aber ein echter Moment unserer beiden Mädchen. Der Gesichtsausdruck ist einfach unbezahlbar.

Aus Situationen, die nicht im klassischen Sinne fotogen sind, entstehen oft Fotos, die zeigen, wie unsere Kinder wirklich sind. In der gezeigten Situation haben meine kleinen Töchter gespielt und die eine hatte immer wieder den Fuß der anderen im Gesicht. Wenn Kinder rumblödeln entsteht manchmal der Eindruck, dass sie sich vermeintlich wehtun. Oft lasse ich es erst mal laufen, denn meist ist es halb so schlimm. Nur so konnte ich diese Szene einfangen: Der Gesichtsausdruck ist einfach unbezahlbar.

Schöne Fotos waren nie mein Ziel. Echte, authentische Fotos sind das, was ich möchte. Ich möchte mich daran erinnern, wie meine Kinder waren und nicht, ob sie bei dem Geburtstag von Oma Hilde hübsch ausgesehen haben.

Tobias Löhr

Mit Perspektiven experimentieren

Foto eines Kleinkindes, das in einer Schaukel sitzt aus der Froschperspektive. Im Hintergrund strahlend blauer Himmel.
Rücklings im Sand ist dieses farbenfrohe Foto entstanden. Man kann sich sofort in die Situation hineinfühlen, auch wenn die Perspektive ungewöhnlich ist.

Eine alltägliche Szene: unser Kind in der Schaukel. Ich habe verschiedene Perspektiven ausprobiert und bin dann auf die Idee gekommen, mich einfach mal auf den Rücken unter die Schaukel zu legen. Aus einem bisweilen gewöhnlichen Motiv wurde so ein spannendes Foto, das Lebensfreude ausstrahlt, ohne plakativ zu sein. Der Schnuller, der noch zwischen den Beinen hängt, ist ein schönes Detail, das das Bild zeitlich einordnet. Mein Tipp: Keine Scheu, die Perspektive zu wechseln und von unten, oben, Nahem oder Weitem zu fotografieren. Und wenn es nicht funktioniert, kein Problem, die nächste Situation steht schon vor der Tür.

Rahmen finden

Junge spielt in einem Garten voller Pusteblumen.
Wenn mit etwas Geduld, Perspektivwechsel und einem natürlichen Rahmen ein gelungenes Foto entsteht, wird aus einer Kindheitserinnerung ein kleines Kunstwerk.

Wird das Hauptmotiv eingerahmt, wird der Blick automatisch darauf gelenkt und das Bild wirkt spannender und klarer. Geeignete Rahmen findet man immer und überall. In diesem Beispiel hat mein Sohn im Garten mit den Pusteblumen gespielt. Um das zu zeigen, wollte ich ein Foto, in dem er von Pusteblumen eingerahmt ist und diese auch im Bildvordergrund zu sehen sind. Ich habe mich für die richtige Perspektive (mal wieder) auf den Boden gelegt und einen passenden Ausschnitt gefunden. Mit etwas Geduld kam der Moment, an dem alles zusammenspielte. Das Beispiel zeigt auch, dass ich für meine Fotos oft mehrere Tipps gleichzeitig anwende.

Spiegelungen – ein Foto auf mehreren Ebenen

Eine meiner Lieblingstechniken: Spiegelungen. Inzwischen suche ich sehr gezielt nach Oberflächen, in denen sich Bildmotive spiegeln können. Ein gelungenes Foto entsteht aber nur mit der passenden Situation. Das gilt aus meiner Sicht eigentlich für jede der etwas kreativeren Techniken, damit diese nicht zum Selbstzweck verkommen. Hier einmal zwei Beispiele:

Junge steht am Waschbecken und blinkt in einen kleinen Spiegel, um sich die Zähne zu putzen.
Kleiner Bildausschnitt mit starker Wirkung: Durch den Spiegel ist ein Bild im Bild entstanden.

Ein kleiner Meilenstein im Leben unseres Sohnes: Jetzt werden die Zähnchen selbst geputzt. Wir haben ihm einen kleinen Spiegel gekauft, damit er sich dabei beobachten kann. Und damit war klar, wie ich diese Situation fotografiere. Die Spiegelung macht zwar nur einen geringen Teil des Bildes aus, doch der Blick fällt sofort darauf. Durch den Anschnitt unseres Kindes und die Rahmenbildung des Spiegels wird der Blick direkt zum aktiven Teil des Fotos gelenkt. Quasi ein Bild im Bild.

In einem gerahmten Foto eines älteren Ehepaars spiegelt sich eine familiärere Begegnung.
Familiengeschichte in einem Bild. Durch die Spiegelung begrüßt auch der Uropa „von oben“ seinen Enkel.

Eines meiner Lieblingsbilder. Technisch etwas anspruchsvoller, kombiniert das Foto fast alle meine bisherigen Tipps. Wie ist dieses Bild entstanden? Meine Frau und ich haben unseren Sohn, noch ganz klein, seiner Uroma vorgestellt. Dass sie das noch erleben darf, hat uns alle tief berührt. Dann habe ich das eingerahmte Foto an der Wand entdeckt. Darauf ist der bereits verstorbene Uropa zu sehen und im Hintergrund eine jüngere Version seiner Frau, nun Uroma unserer Kinder. Durch die Spiegelung ist mir ein Foto gelungen, das die Familiengeschichte über mehrere Generationen hinweg erzählt: Meine Frau, unser Sohn, die Uroma und von irgendwo schaut ganz stolz der Uropa zu.

Für das Foto musste ich meine Kamera fast komplett abblenden, um genug Tiefenschärfe auf alle Bereiche zu haben. Schwierig war zudem eine Position zu finden, bei der ich oder die Kamera nicht zu sehen sind. Das Hauptmotiv wird unten links im Bild perfekt eingerahmt.

Der richtige Moment, gutes Licht und etwas Glück – am Ende hat alles funktioniert. Ein besonderer Familien- und Fotomoment, der mich mit Stolz und Demut erfüllt.

Die Umgebung als Schauplatz

Mein letzter Tipp: Beurteilt eure Umgebung aus neuen Gesichtspunkten, um eine Bühne für Fotos zu erschaffen. Neben natürlichen Rahmen oder Spiegelungen, versuche ich, meine Umwelt aktiv in das Foto einzubeziehen. So kann ich weitere Ebenen ins Bild bringen oder die Aussage des Fotos verstärken.

Schwangere Frau geht auf dem Gang einer Klink. An der Wand ein Bild eines Storchs, der Tuch mit Baby im Schnabel trägt.

Markante Merkmale nutzen

Kurz vor der Geburt unserer Zwillinge sind meine Frau und ich auf der Geburtsstation der Klinik, wo sie an diesem Wandbild vorbeigeht. Ich habe instinktiv zur Kamera gegriffen. Der Betrachter weiß direkt, was Sache ist, denn der Storch ist bereits im Anflug.

Ein kleines Schild mit der Aufschrift „Der Abwasch kann warten, das Leben nicht“. Im Hintergrund ist eine Mutter mit Neugeborenem.

Textelemente einbeziehen

Über der Tür zu unserer Küche ist dieses Schild mit der Aufschrift „Der Abwasch kann warten, das Leben nicht“. Das wollte ich schon immer mal in ein Foto einbeziehen. Diese kleine, unscheinbare Situation von meiner Frau zusammen mit unserem Neugeborenen wurde durch das Einbeziehen der Umgebung um eine Ebene erweitert und damit in der Aussage verstärkt.

Familienalltag ist oft chaotisch, laut, bunt – und auf den ersten Blick vielleicht nicht gerade fotogen. Aber das ist es auch, was ich mit meinen Fotos einfangen will: das echte Leben voller Liebe und Emotionen, das uns als Familie ausmacht. Das sind die Momente, an die ich mich erinnern und die ich meinen Kindern mitgeben will. Wenn’s euch genauso geht, freue ich mich, mit meinen Tipps zu helfen.

Und keine Sorge: Ich probiere auch viel aus und nicht jedes Foto sitzt auf Anhieb. Auch das ist das echte Leben.

Viel Erfolg und vor allem Freude beim Fotografieren wünscht dir Tobias

So besonders, so faszinierend

Ihr CEWE FOTOBUCH voller Glücksmomente